2017 Das grüne Band

Marienborn - Fehmarn

15.-30. Juli 2017

Das grüne Band Deutschland

600 km von Marienborn nach Travemünde entlang der ehemligen Innerdeutschen Grenze und dann bis Fehmarn.

Text von Kira Voss

Die Strecke war dieses Jahr eine ganz besondere. Das Gründe Band, der Fahrradweg rund um die ehemalige deutsch-deutsche Grenze sollte uns ans Ziel führen und der Vergangenheit ein bisschen näherbringen.
Das Abenteuer begann in Kevelaer am Bahnhof, von wo aus wir mit dem Zug nach Marienborn-Helmstedt starteten. Dort angekommen erwartete uns der größte ehemalige Grenzübergang der innerdeutschen Grenze. Mit einem Einblick in die Geschichte der deutschen Teilung fuhren wir zu unserem ersten Quartier nach Oebisfelde.

Der zweite Tag hielt die längste Etappe der ganzen Tour für uns bereit. Über Feld und Wiesen, durch Büsche und Wälder, an Grenztürmen entlang fuhren wir in das 86 km entfernte Schnega. Von dort aus ging es an Tag drei weiter nach Salzwedel. Nach einer kurzen Etappe, mit einer Pause an einem alten Wachturm, erreichten wir unser Ziel direkt gelegen an einer kleinen Kirche. Mit leckeren Hotdogs gestärkt ließen wir den Abend an einem schönen Lagerfeuer ausklingen.

Geweckt von Kirchenglocken ging es an Tag vier weiter nach Schnackenburg. Auf dem Weg konnte dann zum ersten Mal auch eine Mittagspause am See eingelegt werden. Das schöne Wetter wurde am Abend auch direkt genutzt, um draußen unter den Sternen zu übernachten.

Tag fünf sollte ein sehr abenteuerreicher werden. Die Strecke Richtung Hitzacker hatten wir gut hinter uns gebracht und waren nur noch ungefähr 3 Kilometer von unserem Ziel entfernt. Jedoch trennte uns ein Fluss von unserem Ziel und die letzte Fähre war eine halbe Stunde vorher abgefahren.

Der Weg über die nächsten Brücke hieße für uns: 40 km zurückfahren, inklusive Nachtfahrt. Aber es wäre nicht Zielpunkt Meer, wenn wir nicht auch für dieses Problem eine Lösung finden würden. Nach einigen Telefonaten und ein wenig Wartezeit traf ein kleines, selbstgebautes Boot bei uns ein, welches uns in einigen Fahrten übers Wasser alle ans andere Ufer brachte.

Am Quartier angekommen, mussten die Zelte schnell bezogen werden, da Regen und Gewitter uns einholten, aber auch das war kein Problem für uns.

Der nächste Tag führte uns nach Siebeneichen. Mit der richtigen Fähre übergesetzt, fuhren wir einen entspannten Tag am Deich entlang. Am Abend ging es gestärkt mit leckeren Dönern schnell in die Zelte. An Tag sieben fuhren wir eine kurze Etappe nach Zarrentin. Früh am Abend angekommen, gab es Pfannekuchen und eine kurze Schwimmpause im Schaalsee. Samstags machten wir in Zarrentin unseren Ruhetag. Ausruhen, Spielen und Kräfte stärken standen hier auf der Tagesordnung. Ganz besonders in diesem Jahr war, dass vier der Kinder ihren hundertsten Tag bei Zielpunkt Meer feiern durften.

Mit aufgeladenen Kräften führte uns Tag neun über eine Mountainbike-Strecke, an einem verlassenen Ort vorbei, nach Ziethen. Am vorletzten Tag auf dem Fahrrad ging es nach Lübeck. Mit Shopping und Essen am Abend in der Stadt ging es zum Schlafen in den Kanu Club Lübeck.

Fehmarn schon fast erreicht, fuhren wir zu unserem letzten Quartier nach Grömitz. Zwischenstopp machten wir in Travemünde, um das Grüne Band nach 541km zu verlassen. Bei starkem Regen und Sturmböen fuhren wir an der Küste bis in den Abend hinein. Zur Erleichterung aller, schliefen wir trocken in einer kleinen Turnhalle. Ohne Zelte abbauen zu müssen ging es zur letzten Etappe nach Fehmarn. Über die Fehmarnsundbrücke fuhren wir die letzten Kilometer zu unserem Endziel, welches wir nach insgesamt 600 Kilometern endlich erreichten.

Mit schwimmen, Tretbootfahren, geocachen, Werwolf spielen, shoppen und entspannen verbrachten wir drei volle Tage auf Fehmarn. Am letzten Abend entschied die Gruppe, nach dem gemeinsamen Rückblick auf die Tour, noch über das Ziel für 2018, welches Langeoog sein wird.

Die Zeit verging wie im Fluge und so mussten wir am Sonntagmorgen auch schon unsere Sachen packen. Mit den Fahrrädern fuhren wir 5 km im Regen zum Bahnhof. Dort startete die lange Zugfahrt zurück nach Kevelaer. Alle traurig, dass das Abenteuer in diesem Jahr schon vorbei ist, freute sich doch jeder auf seine Familie und darauf, seine Isomatte gegen ein gemütliches Bett tauschen zu können.