Projekt Herausforderung

Ein pädagogisches Pilotprojekt

Soziales lernen fördern

In diesem Jahr veranstaltet Zielpunkt Meer e.V. in Zusammenarbeit mit dem Collegium Augustinianum Gaesdonck, dem Kardinal-van-Galen-Gymnasium Kevelaer, der Gesamtschule am Forstgarten Kleve und dem Lise-Meitner-Gymnasium Geldern erstmals ein vierwöchiges Schulprojekt zum Thema Herausforderung. Im Rahmen dieser Tour fahren acht 12- und 13-jährige Jungen und Mädchen vom 25. Mai bis 21. Juni 2019 rund 1.200 km quer durch Deutschland und organisieren sich weitestgehend selbst.

Soziales Lernen und lernen, ein sozialer Mensch zu werden, steht im Fokus einer sich von Grund auf veränderten Erziehungs- und Bildungslandschaft. Gegenwärtig sieht sich vor allem Schule mit Erziehung von Heranwachsenden konfrontiert. Schülerinnen und Schüler verbringen immer mehr Zeit in den Bildungsinstitutionen, es fehlt aber häufig an Bezugspersonen, gut ausgebildeten pädagogischem Personal und vorhandenen Rückzugsräumen, die Kindern entsprechende Freiräume geben.
Der urbane Lebensraum von Jungen und Mädchen hat sich radikal verringert. Kinder sind kaum noch alleine draußen unterwegs, um ihre Umgebung zu erforschen und in ihrer Altergruppe Erfahrungen zu sammeln. Der Lebensalltag von Kindern ist meist komplett durchorganisiert und in der Regel wissen Kinder schon montags, was über die gesamte Woche geschieht. Einen Gegenentwurf dazu bietet ein ungewöhnliches vierwöchiges Projekt, was in Kooperation mit vier Schulen aus der Region Niederrhein auf den Weg gebracht wurde.

Die Idee

Acht Kinder fahren mit dem Fahrrad rund 1.200 Kilometer ans Meer. Ihren Alltag müssen sie selbst meistern. Das Projekt bietet eine Alternative zum sonst so durchorganisierten Alltag. Hier ist nichts geplant und der situationsbezogene Ansatz steht an erster Stelle. Vorgegeben ist nur, dass gemeinsam das Ziel am Meer erreicht werden muss.
Das Projekt soll den teilnehmenden Kindern eine durchweg positive Gruppenerfahrung bieten. Es geht nicht um Gewinnen oder Verlieren, sondern darum, gemeinsam die Herausforderung zu meistern.
Im Rahmen des Projekts sind die Kinder weit von Ihrer sonstigen Lebenswelt entfernt. Für die 12- und 13-jährigen ersetzt die Natur das Klassenzimmer und ein Höchstmaß an Eigenverantwortung ist gefragt. Elektronische Geräte, Smartphones etc. bleiben zu Hause.

Das alltägliche Leben, wie zum Beispiel die Organisation von Lebensmitteln, Übernachtungsmöglichkeiten, Reparaturen des Fahrrads, Bewältigung von Krisen in der Gruppe und so weiter müssen die Kinder selbstständig lösen. Die begleitenden beiden Betreuer, wir nennen sie das pädagogische Backup, animiert die Kinder eigenständig auf Lösungssuche zu gehen und geben erst mal keinen Weg vor. Die Gruppe wird bestärkt, auf sich zu vertrauen. Das zentrale Element dabei ist, die Kinder für ihre Umgebung zu sensibilisieren und eine größtmögliche Affinität für die Menschen um sie herum zu schaffen. Sie sind aufeinander angewiesen und können ihr Ziel nur gemeinsam erreichen. Dabei wird es wichtig sein, die individuellen Bedürfnisse und Begabungen jedes einzelnen Kindes kennenzulernen, zu akzeptieren und für die Gruppe zu nutzen.